Der Argentinier Ariel Ramirez komponierte die unter Kennern hochgeschätzte creolische Messe , die MISA CRIOLLA, in der sich latein-amerikanische und europäische Elemente vereinen. Damit gehört Ramírez’ Misa Criolla zu den bekanntesten Zeugnissen spanischer und lateinamerikanischer Musikkultur. Auf der Basis folkloristischer Rhythmen und Instrumente aus Argentinien entstanden, besticht sie zugleich durch ihre Schönheit und Vielschichtigkeit und führt damit ohne den Verlust ihrer Authentizität weit über die Grenzen regionaler Folklore hinaus.
Mit dieser Musik schuf der Komponist Ariel Ramirez 1964 eine völlig neue Art der Versöhnung zwischen europäischer und tradierter lateinamerikanischer Kultur. Er hat in der Verbindung von traditioneller Liturgie und Elementen der lateinamerikanischen Volksmusik einen Fächer an Melodien für Chor und Sologesang und eine Vielfalt lateinamerikanischer Rhythmen zu einem Gesamtwerk zusammengeführt.
Das Padre Nuestro (Vater Unser) aus der Misa de Solidaridad von Thomas Gabriel ist eine Auftragskomposition zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft des Bistums Trier mit Bolivien. In dieser Komposition verbinden sich bolivianische und europäische Elemente. Thomas Gabriel gestaltet das Vater Unser in deutscher und spanischer Sprache.
Mit dem Liederzyklus Navidad Nuestra (Unsere Weihnacht) für Chor, Soli und Instrumental-begleitung entführt uns Ariel Ramirez in die sinnenfrohe Welt lateinamerikanischer Weihnacht. Die kantatenähnlichen Lieder, die verschiedene Episoden der Weihnachts-geschichte wiedergeben, entspringen der textlichen Vorlage des Dichters Felix Luna.
Während wir uns nach weißer Weihnacht sehnen, ist es in Lateinamerika Sommer. Derselbe Anlass, die gleiche Erwartung – und doch ein ganz anderes kulturelles Empfinden.
Unsere musikalische Reise durch Lateinamerika beginnt in Chile mit dem Titel La Fiesta de la Tirana. Die bekannte chilenische Folkloregruppe Inti Illimani veröffentlichte diese Hommage an die chilenische Folklore im Jahr 1981.
Es schließen sich Alma, Corazón y Vida, ein Vals criollo aus Peru von Adrián Flores in einem Satz von Augusto Vera Bejár und die Habanera Cuatro Palomas von Ignacio Piñeiro aus Cuba an.
Ende der 50er Jahre entstand in Chile die
"Bewegung des Neuen Chilenischen Liedes". In
größeren und kleineren Städten entwickelten
sich Kulturzentren, in denen sich, ausgehend
von der ländlichen Folklore, der Gedanke der
Volkseinheit musikalisch artikulierte. In den
60ern und 70ern erfasste diese Bewegung, die
"Movimiento del Nuevo Cancionero" nach und
nach ganz Lateinamerika. Victor Jara’s Lied
Plegaria a un labrador ist eins der bekanntesten
Lieder dieses Genres.
Das Instrumentalstück El mercado de
Testaccio – Der Markt von Testaccio wurde
von Horacio Salinas, Mitglied der Gruppe Inti
Illimani, im Exil in Italien geschrieben. Statt
südamerikanisch zu klingen, hat das Lied
einen mediterranen Flair. Die Melodie erzählt
vom bunten Treiben auf dem Markt am
Monte Testaccio, einem Hügel in Rom.
Der nicaraguanische Sänger und Komponist
Hernaldo Zúñiga Gutiérrez (geboren
1955) schrieb das Lied Raíces americanas –
amerikanische Wurzeln. Es stammt aus seinem
Album „Cancionero“ aus dem Jahr 1978,
mit dem ihm der künstlerische Durchbruch in
Chile gelang. An dieses Folklorestück schließt
sich La Palomita, eine Tonada aus Chile der
Gruppe „Los cuatro huasos“ an.
La Muralla, nach einem Gedicht von Nicolás
Guillén erzählt die Geschichte von
schwarzen und weißen Händen, die gemeinsam
eine Mauer bauen, die das Gute durchlässt,
das Schlechte aber fernhält.
Mit den nächsten zwei Liedern machen wir
eine musikalische Anleihe in Spanien. Es folgen
zwei "Villancicos populares" (Weihnachtslieder)
aus Spanien: Fum, fum, fum aus
Katalonien, und Fuentecilla que corres aus
Andalusien.